Bei Verdacht auf Morbus Wilson fragt die Ärztin bzw. der Arzt die Patientin bzw. den Patienten u. a. nach aktuellen und vergangenen allgemeinen Beschwerden sowie typischen Morbus-Wilson-Symptomen. Ferner fragt sie bzw. er nach Morbus-Wilson-Fällen und Erkrankungen der Leber wie auch des Nervensystems innerhalb der Familie.
Es folgen verschiedene Untersuchungen und bei begründetem Verdacht auf Morbus Wilson eine Überweisung an eine gastroenterologische sowie eine neurologische Fachpraxis. Bei Kindern sollten die Praxen auf die Kleinen spezialisiert sein, sogenannte pädiatrische Praxen.
Augen-Untersuchung mit Spaltlampe (Bild: KI-generiert)
Untersuchungen zur Diagnostik des Morbus Wilson
Individuell angepasst werden verschiedene Tests kombiniert
Bluttests: Leberwerte im Blut, v. a. Leberenzyme, Kupfermenge im Blut, Menge des Kupfertransportproteins Coeruloplasmin im Blut, Test auf Coombs-negative hämolytische Anämie
Urintests: v. a. Kupfer im 24-Stunden-Sammelurin
Leberultraschall zur Erkennung von Leberveränderungen wie z. B. einer Fettleber
Leberbiopsie zur Messung der Kupfermenge in der Leber
Augenärztliche Untersuchung auf Kayser-Fleischer-Ringe mit Spaltlampe
Untersuchung auf neurologische und psychiatrische Symptome
Bildgebende Verfahren des Kopfes, v. a. MRT, zur Erkennung von Gehirnveränderungen
Gentest zum Nachweis von Mutationen des Wilson-Gens
Familienscreenings sind sehr wichtig
Je früher die Diagnose Morbus Wilson gestellt und eine Therapie eingeleitet wird, desto besser ist es, denn dann hat das Kupfer noch gar keine oder nur geringe, noch rückgängig zu machende Schäden im Körper verursacht.
Daher sollte bei Diagnosestellung unbedingt ein Familienscreening erfolgen. Bei diesem werden die engen Angehörigen einer von Morbus Wilson betroffenen Person, insbesondere die Geschwister, auf Morbus Wilson getestet.
Kayser-Fleischer-Ring (Bild: iStock-96709590)
Ultraschall-Untersuchung der Leber (Bild: KI-generiert)
Członkowska A et al. Wilson disease. Nat Rev Dis Primers. 2018;4:21.Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, Kapitel: Extrapyramidalmotorische Störungen – Morbus Wilson. Entwicklungsstufe: S1. Stand: September 2012. AWMF-Registernummer: 030/91, wird zurzeit überprüft (04.03.2023).
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Pfister ED. Morbus Wilson: Was ist gesichert in Diagnostik und der Therapie? [Wilson‘s disease: What has been confirmed in diagnostic and therapy?]. Internist (Berl). 2017;58:1233-1241.
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